źěłowy mjazystaw - na droze k rěcnej strategiji
An dieser Stelle werden in der Strategiegruppe erreichte Zwischenstände auf dem Weg zur Entwicklung der ersten Sprachplanungsstrategie festgehalten. Es handelt sich um noch nicht abgeschlossene Prozesse, so dass sich immer wieder Änderungen ergeben werden. Das betrifft sowohl Formulierungen wie auch Inhalte, Prioritäten, Gliederungspunkte, Formulierungen und Umfang. Die gesammelten Punkte werden nach und nach ergänzt und mit konkreteren Inhalten aufgefüllt - bis am Ende die Rěcna strategija fertiggestellt ist.
Der Beteiligungsprozess ist offen und öffentlich. Anregungen könnt ihr im Rahmen der Veranstaltungen (Strategiegruppentreffen, Werkstätten, Online-Dialog) oder an Mitglieder der Strategiegruppe und des Projektteams übermitteln.
zakłady a wuchadnišća - Grundlagen und Ausgangspunkte
Wir verstehen Sprachplanung als niemals abgeschlossenen Kreislauf aus Bestandsaufnahme, Ziele (neu) definieren, Maßnahmen zur Umsetzung entwickeln, praktischer Umsetzung und dem dann anschließenden neuen Zyklus, der wieder mit einer Bestandsaufnahme (wurden die Ziele mit den Maßnahmen erreicht?) beginnt.
Im Niedersorbischen geht es um Revitalisierung der Sprache (rewitalizacija, wóžywjenje), das heißt Sprachverlust und vollständigem Sprachwechsel zum Deutschen wird entgegengewirkt. Wenn einst die Schwelle zur stabilen Zweisprachigkeit erreicht ist, kann es auch um Fragen des Spracherhalts (zdźaržanje) gehen.
Die im 2. Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache formulierten Richt- und Grobziele übernehmen wir als "Leitbild": Niedersorbisch wird als Kommunikationsmittel in allen Lebensbereichen angewendet. Niedersorbisch ist Zweitsprache in der Niederlausitz. Niedersorbisch fungiert als Symbolsprache in der und für die "zweisprachige Lausitz". Niedersorbisch ist Familiensprache und wird auch in Familien weitergegeben.
institutionelle Grundlagen
(a) Im Bereich der Korpusplanung arbeitet koordinierend die Niedersorbische Sprachkommission in Trägerschaft der Maćica Serbska. In der Kommission sind vertreten: Sorbisches Institut e.V., Universität Leipzig/Institut für Sorabistik, Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V./WITAJ-Sprachzentrum, Domowina-Verlag GmbH/Nowy Casnik, Wendisches Museum, Land Brandenburg/LIBRA [ABC], Rundfunk Berlin-Brandenburg und Expert*innen [Privatpersonen i.R.]. Von institutioneller Seite sind insbesondere Sorbisches Institut, WITAJ-Sprachzentrum, Domowina-Verlag und das Land Brandenburg (ABC) unabhängig voneinander tätig.
(b) Im Bereich der Status-, Diskurs- und Prestigeplanung arbeiten parallel v.a.: kommunale Sorben/Wenden-Beauftragte, Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag Brandenburg, Land Brandenburg [insb. Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur], Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V., Domowina-Regionalverband Niederlausitz e.V., Stiftung für das sorbische Volk und Sorbisches Institut e.V.
(c) Im Bereich der Spracherwerbsplanung sind insbesondere tätig: Land Brandenburg/Ministerium für Bildung, Jugend und Sport [LIBRA mit ABC, überschulische Fachkonferenz Sorbisch/Wendisch], Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V./WITAJ-Sprachzentrum, Sorbischer Schulverein e.V., Kommunen als Kita- und Schulträger, Stadt Cottbus/Chóśebuz - Schule für niedersorbische Sprache und Kultur, Stiftung für das sorbische Volk, Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH/Zorja, Universität Leipzig/Institut für Sorabistik und Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (ab 2026).
(č) Im Bereich der Sprachrevitalisierungsplanung sind Sorbisches Institut e.V. [SROKA] und einst phasenweise Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V./WITAJ-Sprachzentrum aktiv.
Ist die aktuelle Situation problematisch?
Ja. Die genannten Institutionen und ihre Entscheidungsgremien arbeiten z.Zt. völlig unabgestimmt parallel. Querbeziehungen gibt es zufällig über Personalunionen, informell oder bilaterale Zusammenarbeit. Die derzeitigen SROKA-Strukturen sind nur bis Ende 2027 gesichert, das Vorhaben zur Erarbeitung einer Sprachstrategie bis 2031.
Im Hinblick auf niedersorbische Sprachrevitalisierungsplanung sind Stiftungsrat [Mehrheit: Obersorb*innen + Freistaat Sachsen + Bund] und Bundesvorstand des Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V. [Mehrheit: Obersorb*innen + obersorbisch dominierte Vereine] ungeeignet, um innerniedersorbische Angelegenheiten allein zu entscheiden.
Im Hinblick auf Sprach(revitalisierungs)planungsfragen sind die ehrenamtlichen Entscheidungsgremien oft überfordert. Zwischen den hauptamtlichen Strukturen bestehen keine Prozesse/Vereinbarungen, um für alle verbindliche fachlich fundierte Entscheidungen zu treffen (Ausnahmen: Sprachkommission und Korpusplanung sowie SROKA).
In der Regel verweisen o.g. Akteur*innen auf das Primat der Sprachförderung/-revitalisierung. In der Fülle der Aufgaben wird das Thema aber weder kontinuierlich noch konsequent bearbeitet.
Völlig diffus ist momentan die Verantwortung zwischen sorbischsprachiger Gemeinschaft und öffentlicher Hand: Sorbische Forderungen an die staatliche (kommunale) Seite sind elicht formuliert. Eigenverantwortliche Aktivitäten sorbischer Institutionen haben bisher nicht zu einer nachhaltigen Revitalisierung der niedersorbischen Sprache und entsprechender Aktivierung der Niedersorb*innen geführt.
cilowe kupki - Zielgruppen
Wir definieren verschiedene Zielgruppen, die unterschiedliche Bedarfe haben. Auf diese Zielgruppen werden die Ziele/Maßnahmen der Sprachstraegie ausgerichtet. Die Zielgruppen werden nach Integriertheit in die Sprachgemeinschaft und/oder Zugang zur Sprachgemeinschaft gebildet. Das umfasst auch Aspekte der Sprachbeherrschung und Sprachnutzung, Spracheinstellungen und allgemeines Intteresse an sorbischer/wendischer Sprache und/oder Kultur.
Die im Folgenden vorgeschlagenen Zielgruppen werden im Laufe der weiteren Diskussionen vrsl. noch weiter differenziert.
cile a napšawy - Ziele und Maßnahmen
Es gibt unterschiedliche Zielklassen (z.B. Richtziel -> Grobziele -> Feinziele/Maßnahmen). Wir definieren ein gemeiinsames Richtziel, um sicherzustellen, dass Ressourcen und Maßnahmen keine gegenteiligen oder unabgestimmten Effekte erzielen und damit Ziele auch erreicht werden. Wir begründen Ziele, damit sie auch gut kommuniziert werden können. Wir priorisieren Ziele, damit Maßnahmen und Ressourceneinsatz geplant und umgesetzt werden können. Mitunter ist das Erreichen eines Ziels die Voraussetzung für das Erreichen eines anderen Ziels. Maßnahmen könnnen erst zielgerichtet entwickelt, umgesetzt, angepasst undin ihrer Wirksamkeit einggeschätzt werden, wenn zuvor Ziele definiert wurden.
Wir entwickeln entsprechend der Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppe Maßnahmen nach dem SMART-Prinzip. Sie sind somit Specifiski (so konkret wie möglich), daju se Měriś (sind messbar), Achievable (sind erreichbar, dajo how pasujuce serbske słowo z A?), Relewantnje (tragen zur Erreichung des Ziels bei) und Terminěrowane (mit einem Zeitplan versehen).
Wir formulieren Ziele als aktive Visionen.
Wir werden ein ausgegelichenes Verhältnis aus groß gedachten Visionen und konkret realisierbaren Maßnahmen finden.
struktury, procese, ressource a organizatoriske pšašanja - Strukturen, Prozesse, Ressourcen und organisatorische Fragen
